Yoga bei Essstörungen

Menschen, die an einer Essstörung leiden, empfinden ihren Körper als etwas, das nicht zu ihnen gehört, als etwas Fremdes, das im schlimmsten Fall bekämpft werden muss. Essen bzw. Nicht-Essen stellt dann einen Weg dar, mit schwierigen Gefühlen oder Problemen umzugehen. Die eigenen körperlichen Bedürfnisse – wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Krankheit oder Erschöpfung – werden nicht mehr richtig wahrgenommen bzw. ignoriert.Unter dem Dach von Yoga für alle e.V. hat eine engagierte junge Frau in Hamburg ein deutschlandweit einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, bei dem Menschen mit Essstörungen zweiwöchentlich eine kostenfreie Yoga-Stunde ermöglicht wird. Zusammen mit Yoga für Alle e.V. und Laura Lademann wurde EATBREATHEYOGA ins Leben gerufen.

 

"Die Idee, Yoga zur Unterstützung auf dem ambulanten Weg aus Essstörungen anzuwenden, hatte ich schon länger. Yoga für alle e.V. hat diese Idee sofort aufgenommen und wenige Wochen später sind wir gestartet."

- Laura Lademann

 

Das Projekt wird fachlich von sMUTje e.V. (Starthilfe für MUTige Jugendliche mit Essstörungen) begleitet.

 Ina Janßen, bei Smutje e.V. Projektleiterin für EATBREATHEYOGA: „EBY ist ein wertvolles Unterstützungsangebot für Menschen mit Essstörungen. Yoga bedeutet für mich, mit sich selbst verabredet zu sein. Die Teilnehmer*innen bekommen bei EBY die Chance, durch bewusste Bewegung und Atmung, einen neuen Kontakt zum eigenen Körper und dem eigenem Erleben aufzubauen. Es ist das Üben, sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken und gut für sich zu sorgen.“

 

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes leistet Yoga in Ergänzung zur klassischen Psychotherapie und Ernährungsberatung insbesondere bei der ambulanten Behandlung von Essstörungen einen unschätzbar wichtigen Beitrag zur Genesung: Durch eine regelmäßige und sanfte Yoga-Praxis wird die verlorengegangene Einheit aus Körper, Geist und Seele wiederhergestellt. Betroffene kommen durch die bewusste Atmung wieder in ihrem Körper an und lernen, seine Signale neu wahrzunehmen – und zu respektieren. Das eigene Köpergefühl wird verbessert, Körperwahrnehmungsstörungen werden abgebaut und neben Stressresistenz auch Respekt und Selbstliebe geübt – Grundvoraussetzungen dafür, dass man eine Essstörung hinter sich lassen und wieder ganz gesund werden kann.

 

Projektleiterin EATBREATHEYOGA und Ansprechpartnerin bei Yoga für alle e.V. für dieses Projekt ist Sunita Ehlers. Sie freut sich auf Ihre E-Mail unter info@eatbreatheyoga.de.


Yoga bei Essstörungen in Hamburg, München und Berlin

  

Hamburg

Dienstags von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr im InMir, Bahrenfelderstrasse 255, Hamburg

(gerne mit Anmeldung)

 

München

Freitags 15:15 Uhr bis 16:30 Uhr im Santosa Yoga,
Tegernseer Landstrasse 98 , 81539 München (gerne mit Anmeldung)

2019 starten wir mit neuen Kursen im März

 

Berlin

Donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr in der Kita am Alex, Alex-Wedding-Strasse 3, 10178 Berlin

 


Interview zu Yoga bei Essstörungen

Sunita Ehlers, Projektleiterin EATBREATHEYOGA

1. Wie ist Yoga bei Essstörungen unter dem Dach von Yoga für alle e.V. aufgebaut?

Yoga für alle e.V. bietet Yoga bei Essstörungen mittlerweile 3 Städten, in Hamburg, München und in Berlin. Die Yoga Kurse sind ausschliesslich für Menschen mit Essstörungen vorgesehen, so kann ein Vertrauensverhältnis untereinander und auch zur Yogalehrerin gut aufgebaut werden. Es sind jeweils 8 Termine für die die Teilnehmerinnen (Männer sind bis jetzt keine dabei) einmalig fünf Euro bezahlen. Dies ist auch als Zeichen zu sehen: Ja, ich will Yoga machen. Nach den 8 Terminen haben einige der Teilnehmerinnen die Möglichkeit noch weiter zu machen. Allerdings geben wir hier auch neuen Teilnehmerinnen die Möglichkeit, einzusteigen.

2.Welche Teilnehmerinnen kommen zu euch zum Yogaunterricht? 

Die TeilnehmerInnen sind bereits in therapeutischer Behandlung, kommen über Netzwerke wie zum Beispiel Smutje e.V./Therapiehilfe in Hamburg oder Therapienetzwerk e.V. in München zu uns.

3. Wie kann Yoga Deiner Meinung nach bei einer Essstörung helfen?

Yoga hilft dabei, zu entspannen und gleichzeitig ein realistisches und vor allem positives Selbstbild zu festigen. In den Kursen sind die Teilhnehmerinen unter sich, haben zusätzlich die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen. Auch hilft Yoga beim Aufbau von Selbstwertgefühl und Zuversicht. Hier wirkt Yoga auf einer energetischen Ebene ganzheitlich.

4. Was ist wichtig beim Unterrichten von Yoga bei Essstörungen?

Wir achten vor allem darauf, nicht zu dynamische Sequenzen zu unterrichten. Vermeiden von Triggern auch dadurch, dass wir die Wortwahl anpassen und die Asanas entsprechend unterrichten. Es geht vor allem um ein gutes Gefühl des Körpers auf allen Ebenen. Die Kurse sind weder extrem kräftigend noch extrem spirituell. Yoga bei Essstörungen wird entsprechend der Teilnehmerinnen unterrichtet. Adjustments gibt es nicht, die Intensität ist eher Mittel bis sanft.

 


Download
Leitfaden 'Yoga bei Esssstörungen' von Yoga für alle e.V.
Ein Leitfaden für Yogalehrende, Selbsthilfegruppen und soziale Einrichtungen, die Yoga bei Esssstörungen anbieten möchten. Schreiben Sie uns, wenn Sie mehr darüber wissen möchten: info@yogahilft.com
#yogahilft_Yoga bei Essstörungen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 399.7 KB

Unser PartnerInnen für Yoga bei Essstörungen