Yoga für alle

Soziale Arbeit durch Yoga – für Teilhabe und Gesundheit

Ideenpreis, Prävig, #yogahilft

Foto: Klas Neidhardt, Gestaltung: Andreas Ruthemann

Prävention in der Grundschule

Prävig

Von tausend Kindern unter 14 Jahren sind 12 magersüchtig und zehn mal soviele übergewichtig. Ein negatives Körperbild spielt dabei eine große Rolle. Kinder mit einem negativen Körperbild haben ein signifikant höheres Risiko, an Depressionen, Diabetes, Sucht zu erkranken. Zudem haben sie schlechtere Chancen in Ausbildung und Beruf und eine deutlich erhöhte Selbstmordneigung.

PrÄViG - Prävention in der Grundschule ist ein sozialräumliches Projekt zur Prävention von Essstörungen. Zusammen mit Wissenschaft- lerinnen des UKE Hamburg haben wir das Konzept 2021 im Rahmen des Wettberbs 'Gesellschaft der Ideen' des Bundesbildungsministeriums entwickelt. Ein Pilot mit 36 Kindern ist im November 2021 an der Fritz-Köhne-Schule in Rothenburgsort gestartet.

PrÄViG basiert auf Kinderyoga, Bindungsorientierung und Gewaltfreier Kommunikation. PrÄVIG findet in einem vertrauten Umfeld der Kinder statt (Ganztag, Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendhilfe).

„PrÄViG als Yoga-Intervention vor der Pubertät ist innovativ und sozial wichtig. Die Intervention erreicht die Kinder in einer Phase, in welcher sie beginnen, ihr Körperbild auszubilden. Wir konnten selber in einer Studie zeigen, dass eine Yoga-Intervention im Grundschulalter Aspekte des physischen Selbstkonzeptes verändern kann.“ Prof. Dr. Petra Jansen, Lehrstuhl für Sportwissenschaft an der Universität Regensburg.


Soziale Arbeit durch Yoga

Yoga für alle

Yoga für alle ist soziale Arbeit durch Yoga für Menschen, die in Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, Eingliederungs- oder Altenhilfe leben, betreut oder beraten werden. Seit 2021 auch für Grundschulkinder in Stadtteilen mit Multi-Problemlage.

Yoga für alle e.V. ist gemeinnützig. Wir sind auf Spenden, Fördermitgliedschaften und Förderung durch Stiftungen angewiesen. Eine Stunde soziales Yoga kostet 60 Euro. Einen Teil der Kosten für soziales Yoga decken wir durch Einnahmen aus unserem Event LANGENACHTDESYOOOGA.

Yoga für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eines unserer Schwerpunktthemen. Zur Zeit können wir in Hamburg, Berlin, Erkelenz und Frankfurt mit 8 Partner*innen (Beratungsstellen, Ambulante Soziale Dienste) insgesamt 11 Kurse für 80 Menschen ermöglichen. Der Bedarf ist riesig, denn die Pandemie trifft Menschen mit Depressionen doppelt hart.

Johannes hat schon als Jugendlicher unter Depressionen gelitten. Er kommt regelmäßig in einen unserer Kurse. Er sagt: „Soziales Yoga gibt mir einen sicheren Ort, in dem ich in Kontakt zu mir selbst komme." Von Johannes stammt auch der Satz: „In mir ist wieder Licht."
Vielen Dank an alle, die uns unterstützen, damit Johannes wieder das Licht sieht!

#yogahilft, Yoga bei psychischen Erkrankungen

Soziale Arbeit durch Yoga, soziales Yoga

Ehrenamt und Expertise

Unsere Vereinsarbeit

Seit der Gründung 2014 ist Yoga für alle e.V. beständig gewachsen. Mehr als 400 Menschen haben sich über unser Interessierten-Formular für ein sinnstiftendes Ehrenamt bei uns gemeldet. Rund 50 schenken uns regelmäßig ihre Zeit und ihre Fähigkeiten, davon 29 Yogalehrerinnen.
Sie sind Teil einer Community, in der wir ehrenamtlich soziale Arbeit durch Yoga organisieren, fundraisen, kommunizieren, unsere Fortbildungen und die jedes Jahr die am Samstag rund Sommersonnenwende stattfindende LANGENACHTDESYOOOGA organisieren. Unser Vereinsleben besteht aus Zoom-Konfis, sehr viel eigenständigem Arbeiten, viel Gestaltungsfreiraum, gemeinsamen Yoga-Stunden, Hospitationen, Festen und Workshops zu Projektmanagement, Strategie und Wirkungsorientierung.
Mit Ehrenamt und Expertise haben wir seit der Gründung im Jahr 2014 insgesamt 4.500 Stunden soziales Yoga für rund 300 Menschen ermöglicht.
„Bei Yoga für alle e.V. kann ich mich sinnvoll einbringen. Hier verbinden sich meine Welten - die des Yoga und die der Wirtschaftswelt - auf wirkungsvolle Weise," sagt Birgit Köhler, Vorständin seit 2021. „Ich möchte die Welt ein bisschen besser machen. Das kann ich mit meinem Engagement bei Yoga für alle e.V.," sagt Andrea Schoof, seit 2018 im Verein aktiv.


Teilhabe und Prävention

Oh My Yoga für Menschen 60+

OMY! - Yoga für Menschen 60+ ist ein niedrigschwelliges Teilhabe- und Gesundheitsfürsorge-Angebot – auch für Menschen in Altersarmut*. Armut stigmatiert. Deshalb ist OMY! (Oh my Yoga!) als offenes Quartiersangebot gestaltet, für das niemand einen Berechtigungsschein vorlegen muss. Ziel ist es, alte und hochaltrige Menschen mit geringfügigen Einkommen aus der sozialen Isolation zu holen und zu mehr Lebensfreude zurückzuführen. OMY! ist wirkungsvolle Gruppenprävention für Senior*innen.
Wir arbeiten bei OMY! mit Trägern von Service-Wohnen, Baugenossenschaften, Alten- und Servicezentren sowie Nachbarschaftstreffs zusammen. In ihren Räumen findet OMY! statt, sie machen das Teilnehmer*innen-Management. Unsere Partner*innen bringen die Expertise für Senior*innen-Arbeit ein, von uns kommt die Expertise für soziales Senior*innenyoga.

Initiiert hat Christine Worch, Geschäftsführerin der Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Generationen-Zusammenhalt dieses wirkungsvolle Teilhabe-Projekt. Inzwischen gibt es OMY! in allen sieben Hamburger Bezirken und in drei Stadtteilen in München.
OMY! geht immer. Mit Telefonyoga erreichen wir die OMY!s  auch im Lockdown. Die Wirkung ist durch eine Studie von Prof. Dr. Petra Jansen, Lehrstuhl Sportwissenschaft der Universität Regensburg, belegt: 10 Einheiten Telefonyoga steigern die Lebenszufriedenheit.

*Altersarm sind Menschen, die ihr Leben mit weniger als 1.000 € netto im Monat bestreiten müssen. Altersarmut betrifft vor allem Frauen. Jede fünfte Frau über 65 muss mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen.

Beratungsstipendium durch:


Wirkungsorientierung

Soziales Yoga Wirkt

Wenn Du selbst Yoga machst, weißt Du um die Wirkung. In unserer sozialen Arbeit mit Yoga spiegeln uns die Teilnehmer*innen täglich, wie soziales Yoga bei ihnen wirkt: „In mir ist wieder Freiheit," sagen Frauen, die häusliche Gewalt erleben und Frauen, die Cybermobbing erfahren haben. „In mir ist wieder Kraft," sagen Menschen in Trauer. „In mir ist wieder Wärme," sagen Menschen mit Essstörungen.  „In mir ist wieder Frieden," sagen Menschen, die aus ihrer Heimat fließen mussten.

Wir arbeiten wirkungsorientiert. Dazu motivieren uns die vielen Ehrenamtlichen, die die Welt besser machen wollen. Dazu motivieren uns Ungerechtigkeit und Mangel in vielen Bereichen unserer Gesellschaft.

80 % der Teilnehmenden sagen, dass ihnen soziales Yoga auf ihrem Weg aus der Essstörung, aus der Depression, aus der Trauer, aus der sozialen Isolation hilft. Soziales Yoga ist ein wirkungsvoller Beitrag zu Prävention und Teilhabe.

Wissenschaftlich begleitet uns bei OMY! Yoga für Menschen 60+ Prof. Dr. Petra Jansen, Lehrstuhl für Sportwissenschaft der Universität Regensburg. Bei PrÄViG begleiten uns Dr. Stefanie Witt und Dr. Julia Quitmann, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie am UKE Hamburg.


Unsere Yogalehrerinnen

Licht in der Dunkelheit

Soziale Arbeit durch Yoga ist mit besonderer Verantworung verbunden. Unser Team aus 29 Yogalehrerinnen unterstützen Menschen in Not in jeder Stunde dabei, ihren Blick ins Helle zu wenden und Licht statt Dunkelheit zu sehen.  Sie müssen dafür viele Voraussetzungen erfüllen:

  • mindestens 200 h zertifizierte Yogalehrerinnen-Ausbildung
  • 2 Jahre regelmäßige Unterrichtspraxis
  • 1 Fortbildung in Yoga und Trauma und/oder OMY! Yoga für Menschen 60+
  • 2 Mal Hospitation bei sozialem Yoga
  • Teilnahme an monatlichen Austauschrunden der Yogalehrerinnen
  • Teilnahme an Gruppensupervision
  • Regelmäßiges Reporting an Yoga für alle e.V.

Wir bekommen sehr viele Anfragen von Yogalehrerinnen (Anfragen von Yogalehrerin gab es erst drei). Nicht alle, die die formalen Voraussetzungen erfüllen, können für uns unterrichten. Carmen (Foto)  ist seit 2017 bei Yoga für alle e.V. und gibt seit dem ersten Lockdown 2020 Yoga für Menschen mit Essstörungen online. „Es ist schön zu sehen, wie sehr Yoga hilft, neue positive Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu machen. Die Teilnehmerinnen gehen gestärkt aus der Stunde heraus."

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Soziale Arbeit durch Yoga, Yoga für alle e.V.

Foto: ©Klas Neidhardt

Das Licht des Yoga weitergeben

Am Anfang eine Erfahrung

In einer tiefen Krise war Yoga die Methode, durch die Cornelia Brammen zurück in ihre Kraft gefunden hat. Sie hat erfahren,  wie es ist, wenn wir mitten im tiefsten Winter einen immerwährenden Frühling in uns entdecken (Albert Camus). Oder, um mit dem Yoga zu sprechen: Purusha, das Bewusstsein dafür, dass es in uns ein immer leuchtendes Licht, einen unzerstörbaren Kern gibt.
Es folgte die Ausbildung zur Kundalini Yogalehrerin und kurz danach, im April 2014, gründete Cornelia Brammen Yoga für alle e.V. in Hamburg. Im gleichen Jahr launchte sie die LANGENACHTDESYOOOGA als Fundraising-Event für den Verein. „Ohne wundervolle Menschen, die mit mir an die Idee geglaubt haben, wäre das nie möglich gewesen," sagt die Vereinsgründerin. „Dass wir jetzt wirklich soziale Arbeit durch Yoga machen und ein Event haben, das uns finanzielle Unabhängigkeit sichert, ist unglaublich beglückend."

Den ersten Kurs soziales Yoga hat die Gründerin 2016 selbst gegeben. Die eingeplante Yogalehrerin hatte eine Woche vor dem Start Bedenken , Yoga auf dem Stuhl zu unterrichten. „Daraus haben wir gelernt, dass wir die Yogalehrerinnen für soziale Arbeit fortbilden müssen." Seit 2016 hat Yoga für alle e.V. 400 Yogalehrende fortgebildet. Die Gründerin springt nur noch selten ein. „Unser Yogalehrerinnen-Netzwerk in Hamburg, Berlin und München ist großartig. Sie alle haben selbst die Erfahrung gemacht, dass Yoga in Lebenskrisen eine wirkungsvolle Unterstützung ist, um Kraft aufzubauen und Perspektiven zu entwickeln. Diese Erfahrung geben sie auf hohem professionellen Niveau weiter. Sie leben Yoga für alle."