Yoga für alle, die im Sozialen Sektor leben, betreut oder beraten werden

Soziale Arbeit durch Yoga

Yoga für alle ist soziale Arbeit durch Yoga für Menschen, die in Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, Eingliederungs- oder Altenhilfe leben, betreut oder beraten werden. Seit 2021 auch für Grundschulkinder in Stadtteilen mit Multi-Problemlage.

Yoga für alle e.V. ist gemeinnützig. Wir sind auf Spenden, Fördermitgliedschaften und Förderung durch Stiftungen angewiesen. Eine Stunde soziales Yoga kostet 60 Euro. Einen Teil der Kosten für soziales Yoga decken wir durch Einnahmen aus unserem Event LANGENACHTDESYOOOGA.

Wir arbeiten mit 28 Einrichtungen zusammen, davon mit einigen bereits seit 2016. Im Lockdwown 2020 haben wir ein Format entwickelt, das für alle unsere Zielgruppen funktioniert: Telefonyoga.  250 Mal hat das Telefon von Januar bis Mai 2020 geklingelt. Feedback der Teilnehmer*innen: „Durch das Telefonyoga habe ich mehr Lust, mich zu bewegen." „Der wöchentliche Anruf war im Lockdown mein Highlight." „Ich mache jetzt die Übungen auch für mich allein."

Unser Ziel ist es, alle Kurse wissenschaftlich zu evaluieren. Dabei unterstützen uns Wissenschaftlerin des Insituts für Medizinische Psychologie am UKE Hamburg sowie der Lehrstuhl für Sportwissenschaft der Universität Regensburg.

Unser Ziel für 2022 ist es, 2.000 Einheiten soziales Yoga für 500 Menschen zu geben.


Wo es soziale Arbeit durch Yoga bereits gibt

Zur Zeit gibt es in Hamburg, München, Berlin, Erkelenz, Frankfurt insgesamt 28 Kurse soziales Yoga, davon online.

Soziale Arbeit durch Yoga ist ist ein niedrigschwelliges, sozialräumliches Angebot, das auf 40 Einheiten pro Kurs pro Jahr angelegt ist. So können die Teilnehmer*innen sich in Ruhe darauf einstellen. Wir geben den Raum, auch wenn manchmal nur zwei oder drei Teilnehmer*innen kommen. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass Menschen, für die wir soziales Yoga anbieten, hohe innere Hürden überwinden müssen, bevor sie ein neues Gruppenangebot wirklich annehmen können.

Soziales Yoga verbindet die Fachexpertise der kooperierenden Träger sowie die Yoga-Expertise von Yoga für alle e.V.  in einem Angebot, das auch Menschen einen Zugang zu dieser Methode eröffnet, die nicht einfach in ein Yogastudio gehen können.


Soziale Arbeit durch Yoga - unsere Schwerpunkt-Themen

Soziales Yoga, Soziale Arbeit durch Yoga

Prävention für Grundschulkinder

Wäre es nicht großartig, wenn Kinder früh ein positives Körperbild entwickeln könnten? Wenn sie ihre Bedürfnisse wahrnehmen, benennen und einordnen können? Wenn sie ihr Potenzial entfalten könnten?
Aktuell nehmen psychische Erkrankungen und Essstörungen bei Kindern massiv zu. Laut Kinder- und Jugendreport der DAK 2021 mussten 60 Prozent mehr Kinder und Jugendliche stationär wegen Adipositas behandelt werden. 10 Prozent mehr Fälle von Magersucht belegen die Versorgungsdaten der Krankenkasse.

Kinder brauchen eine handfeste Methode, mit der sie Ruhe in sich selbst finden. PrÄViG - Prävention im Grundschulalter ist ein sozialräumliches Konzept für Kinder und Erwachsene in ihrer Lebenswelt.
Es wurde wissenschaftlich im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Yoga für alle e.V. entwickelt und hat den Ideenpreis erhalten.
Ein Pilot ist im November 2021 an der Fritz-Köhne-Schule in Hamburg-Rothenburgsort gestartet.



OMY! für Menschen 60+

OMY! Yoga für Menschen 60+ ist ein Teilhabe- und Gruppen-Präventions-Angebot auch für Menschen in Altersarmut. Wir sprechen von Menschen, die im Alter mit weniger als 1.300 Euro im Monat oder weniger auskommen müssen.

Jede fünfte Frau über 65 hat weniger als 900 Euro im Monat zur Verfügung. Da ist sogar der Sportverein zu teuer. Eine Yogastunde für 18 Euro sowieso. Und barrierefrei sind nur wenige AnbieterInnen.

Deshalb gibt es OMY! (Oh my Yoga), eine Initiative von Yoga für alle e.V., initiiert von Christine Worch, Geschäftsführerin der  Stiftung Generationen-Zusammenhalt.
Mit großzügiger Unterstützung der Postcode-Lotterie haben wir trotz Covid-19 in 2021 unser Skalierungs-Ziel erreicht: OMY! gibt es nun in allen sieben Hamburger Bezirken für gut 90 Menschen.
Seit Herbst 2021 kooperiern wir mit drei AWO-Alten-Service-Zentren in München.

OMY! Yoga für Menschen 60plus, Altersarmut


Yoga bei psychischen Erkrankungen

Ein therapiebegleitendes Angebot für Menschen mit Depressionen, Zwangsstörungen oder Psychosen. In Zusammenarbeit mit Fachträgern wie Nussknacker e.V. und Insel e.V. in Hamburg. Unterrichtet von Yogalehrerinnen mit einer speziellen Ausbildung in Yoga und Trauma.

 

Von der Welt abgeschnitten sein; nicht aus dem Bett aufstehen können, weil alles sinnlos erscheint; keine Freude an nichts haben und  bei kleinsten Anforderungen erstarren – so fühlt sich Depression an. Soziales Yoga therapiebegleitend kann helfen, Menschen in die Handlungsfähigkeit zurückzuführen.



Yoga im Frauenhaus und nach Gewalt

Eine Stunde Yoga im Frauenhaus soll den Frauen die Möglichkeit geben, sich eine kleine Auszeit vom stressigen und oft sorgenvollen Alltag zu nehmen und Kraft zu sammeln für all die Veränderungen und Herausforderungen, die der Schritt ins Frauenhaus bedeutet. 

 

Soziales Yoga unterstützt die Frauen dabei, sich selbst zu spüren und sich mit ihrem innersten, unzerstörbaren Kern zu verbinden. Atmen, sanfte Bewegung, Mantrensingen, Gruppenzugehörigkeit - all das führt die Teilnehmerinenn darin, zur Ruhe zu kommen, ein Gefühl für Sicherheit in sich selbst zu erleben und als positive Erfahrung abzuspeichern.

Yoga im Frauenhaus und nach Gewalt


Yoga bei Essstörungen

Viele Menschen, die an einer Essstörung leiden, empfinden ihren Körper als etwas, das nicht zu ihnen gehört, als etwas Fremdes, das im schlimmsten Fall bekämpft werden muss. Essstörungen können sich sehr unterschiedlich äußern.

 

Das Essen bzw. Nicht-Essen oder massives Sport treiben stellen dann eine Strategie dar, mit denen Betroffene versuchen, mit schwierigen Gefühlen oder Problemen umzugehen.

 

Die eigenen körperlichen Bedürfnisse – wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Krankheit oder Erschöpfung – werden nicht mehr richtig wahrgenommen bzw. ignoriert. Yoga für alle e.V. bietet seit 2017 Yoga bei Essstörungen zusammen mit Beratungsstellen in Deutschland an



Yoga bei Trauer

Yoga für Menschen in Trauer bedeutet zunächst, einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem Raum für alle Gefühle ist, die während einer Stunde aufkommen können. Ein Yogakurs speziell für trauernde Menschen heißt auch zu wissen, dass die anderen Teilnehmenden die eigene Situation kennen und nachempfinden können.

 

Weniger denn je bedeutet Yoga hier, eine bestimmte körperliche Haltung zu erreichen. Stattdessen ist das Angebot, über die Achtsamkeit auf Vorgänge im Körper Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. Die Yogapraxis kann Selbstvertrauen und Zuversicht schenken, das Leben wieder neu zu strukturieren, nachdem diesem ein Teil genommen wurde.



Yoga für Geflüchtete

Yoga für alle e.V. bietet traumasensibles Yoga für Menschen an, die aus ihrer Heimat geflohen sind und die psychisch belastet sind. Der Geflüchteten-Status vieler der TeilnehmerInnen ist in Bearbeitung. Damit ist für die meisten von ihnen ungewiss, ob sie in Deutschland bleiben können.

 

Meist leben sie beengt und mit ihren Familien auf kleinsten Raum. Sie leiden u.a. an Symptomen wie Ängsten, Schlaflosigkeit und körperlicher Anspannung. Beim Yoga finden sie eine Insel der Stille. Hier können sie Kraft schöpfen und Kraft aufbauen, sich entspannen und sich wenigsten für eine Zeit lang sicher und geborgen fühlen.

 



Yoga im Strafvollzug

Seit 2019 unterrichtet eine speziell ausgebildete Yogalehrerin Insassen der JVA Tegel. Von März bis Juli gab es aufgrund von Covid-19 eine Pause. Doch seit Juli 2020 findet der Kurs wieder wöchentlich statt.

Von 2017 - 2020 hat Yoga für alle e.V. Yoga für Gewalt- und Sexualstraftäter in der Sozialetherapeutischen Anstalt der JVA Fuhlsbüttel in Hamburg wöchentlich angeboten. Durch Corona ist dieses von den Gefangenen gut angenommene Gruppenangebot im Multi-Religionsraum der SoTha gut angenommen worden.

Yoga im Strafvollzug